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Geschichtliche Entwicklung des Jiu-Jitsu


Es gibt die verschiedensten Versionen über die Entwicklung des JIU JITSU. Die wahrscheinlichste jedoch ist wohl diese:

Im 17. Jahrhundert verstieß die Ritterkaste der Samurai gegen die Gesetze ihres Kaisers. Sie wurden damit bestraft, keine Waffen mehr tragen zu dürfen.

Zu jener Zeit kam ein Arzt aus Nagasaki von China zurück, wo er bei einem Nahkampflehrer (Haku Tei1) die Kunst der waffenlosen Verteidigung studiert hatte. Er mußte dabei aber feststellen, daß zur Ausführung der gelernten Griffe eine ziemliche Körperkraft gehörte.
Während eines Spazierganges wurde er vom Sturm überrascht und beobachtete dabei, wie geschmeidig die Äste einer Weide sich bei jedem Windstoß beugten und nachher wieder aufschnellten. Andere Bäume jedoch, die sich dem Sturm entgegenstellten, zerbarsten. Durch die Beobachtung angeregt soll der Arzt ein System entwickelt haben, bei dem auch der Schwache durch Nachgeben siegen kann.

Daraufhin gründete der Arzt eine Schule, der er den Namen Yoshin-Ryu (Weidenschule) gab. In dieser Schule wurden dann auch die Samurais unterrichtet, welche dann die dort gelernten Griffe zur Perfektion brachten, so daß man daraus das heutige JIU-JITSU entnehmen könnte.

Auf alle Fälle scheint festzustehen, daß die ursprüngliche Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung aus China stammt, jedoch in Japan aufgegriffen und vervollständigt wurde.

Nach der Hochblüte der waffenlosen Selbstverteidigung in Japan erlag Japan einem großen europäischen Einfluß, und alles Eigene wurde abgelehnt, ja sogar die. eigene Tradition wurde verachtet In dieser Zeit geriet auch die Kunst der Selbstverteidigung in Vergessenheit.
Erst um 1870 entdeckte ein Deutscher Professor namens Or. Erwin Baelz die alte Kunst wieder und war davon so begeistert, daß er selbst beim ältesten Meister, dem 70jährigen Totsuka, Unterricht nahm. Seine Studenten, die ihn als europäischen Pädagogen verehrten, ahmten sein Beispiel nach, und damit nahm dieser· Sport solchen Aufschwung, daß es bald keinen Japaner mehr gab, der nicht diese Kunst gekannt hätte.

Unter diesen Studenten war auch ein gewisser Jigoro Kano, welcher außerordentliche Begabung zeigte. Nachdem er sich mit dem Jiu Jitsu bis ins Letzte vertraut gemacht hatte, störten ihn an diesem Sport die Ausführungen. Er stellte fest, daß alle Griffe fast mechanisch gemacht wurden. In den Jahren, die dazu notwendig waren, avancierte Kano selbst zum Professor der Universität Tokio.
Jetzt ging er daran, alles Gelernte zusammenzufassen und mit ethischen und psychologischen Zielen zu vereinen. Den so von ihm aufgebauten Sport nannte er JUDO (sanfter Weg).

Im Jahre 1882 gab Professor Kano seinen Posten als Rektor der Universität Tokio auf und gründete das Kodokan-Institut, welches noch heute der Welt beste Judo Schule ist.

Professor Kano trat dann mit seinem JUDO in den folgenden Jahrzehnten seinen Siegeszug um die Welt an. Das sportliche Judo, wie es heute auf der ganzen Welt gelehrt wird, eignet sich nur in beschränktem Maße für die Selbstverteidigung.
(Zusammengestellt von Chr. Ehlert; 3. Dan)

 

"Wahres Karate ist wie
heißes Wasser, das abkühlt,
wenn du es nicht ständig wärmst."
Gichin Funakoshi